Daß ALG II Leistungen, Sozialgeld und Grundsicherung auf ein Niveau festgelegt wurden, das zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist, wurde bereits oft und überzeugend diskutiert. Daß dringend Erhöhungen nötig sind, sehen inzwischen sogar Landessozialgerichte, daher stehen entsprechende Entscheidungen beim Bundesverfassungsgericht an. Im Laufe diesen Jahres werden die Urteile erwartet. Doch in der Politik will man nicht begreifen, daß schon die aktuellen Leistungen viel zu gering sind und beginnt ernsthaft über Kürzungen nachzudenken.
Angesichts eines Staates, der Milliarden bereit ist für die Fehler von unfähigen Bankmanagern auszugeben, der es zuläßt, daß ein Bahndiktator Mehdorn für seinen Abgang noch 5 Millionen als Dankeschön für Verstösse gegen Datenschutz, Mißachtung der Bahnkunden und andere Zeichen seiner Befähigung, bekommt. Eines Staates, der so tut, als seien Millionen für Manager Peanuts, während er bei Sozialleistungsbeziehern und Rentnern schon eine Erhöhung um 2%, als üppiges Geschenk betrachtet, während gleichzeitig die Inflation höher ist, als die Erhöhung, von einem solchen Staat kann man wohl kein Mitgefühl für die bewußt an den Rand gedränkte Bevölkerungsgruppe, die man modern Prekariat nennt, erwarten.
Ein Sprecher der CDU Berlin hat am 23.4.2009 erstmalig in der Öffentlichkeit ausgesprochen, was viele schon länger befürchteten: Die Leistungsangebote der sozialen Intrastruktur könnten nicht länger beibehalten werden. ALG II Bezieher müßten im kommenden Jahr mit einer Kürzung der Regelleistung rechnen.
Damit ist eine der Grausamkeiten offengelegt, die uns nach der nächsten Bundestagswahl erwarten werden. Es ist höchste Zeit, daß die Betroffenen sich endlich solidarisieren, kindische Kleinkriege untereinander beenden und gemeinsam, lautstark und deutlich Ihre Interessen gegen Sozialkürzungen vertreten. Das gemeinsame Interesse die noch vorhandenen Rechte zu verteidigen, sollte stärker sein, als trennende Gründe. Auf allen Demos zum 1. Mai sollen unbedingt große Zahlen von Betroffenen vertreten sein und unüberhörbar für Regelleistungserhöhungen eintreten und gegen weiteren Sozialabbau. Die Forderungen dürfen nicht länger an der breiten Öffentlichkeit vorbei laufen, sondern die Lügen der Regierenden und der Medien müssen offengelegt werden. Organisiert Euch!
Tacheles-Sozialhilfe.de stellt eine Vorlage des Kampagnenrates des Bündnisses gegen Kinderarmut durch Hartz IV. Dieser geschickt auch kostenlose Flugblätter.
Wir zitieren den Aufruf von Tacheles, dem wir uns hiermit ausdrücklich anschließen:
Es geht aber nicht nur um die 1. Mai Demos, sondern darum, dass sich Betroffene überhaupt zusammenfinden, Gruppen bilden, sich vernetzen, eine Mobilisierung schaffen, Sozialzentren gründen, sich in die politische Diskussion einmischen. Keine Parteienveranstaltung sollte mehr ohne die Forderung auf Regelleistungserhöhung stattfinden. Es muss JETZT politischer Druck aufgebaut werden. Um sich den Plänen der Regierung entgegenstellen zu können.
Es darf nicht sein, dass für das Kapital kaum noch zählbare Milliarden verpulvert werden, gleichzeitig aber mehr als 10 % der Bevölkerung nicht mal mehr genug haben, um ihre tägliche Existenz sicherzustellen und dass ¼ aller Kinder und Jugendlichen durch zu niedrige Armutsleistungen ihre schulische und berufliche Zukunft genommen wird. Es ist an der Zeit das sich in diesem Land dahingehend etwas regt!
Die Forderung nach Kürzungen bei Hartz IV ist von langer Hand vorbereitet und soll wohl das umsetzen, was diverse arbeitgebernahe Organisationen schon seit Jahren fordern. Es ist selbst gelungen die Wohlfahrtsverbände ins Boot der asozialen Sozialkürzungsbefürworter zu holen. Dazu verweisen wir auf einen Artikel auf folgender Website:
Die Zeit ist knapp, aber noch können wir uns gegen diese verbrecherischen Anschläge auf das Sozialstaatsgebot der Bundesrepublik wehren. Lassen wir diese Chance nicht ungenutzt verstreichen, die Folgen wären fatal.
Zuletzt aktualisiert am Donnerstag, den 21. Mai 2009 um 13:41 Uhr
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