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600 - 1000 bei Demo in Nürnberg PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 07. März 2010 um 20:18 Uhr

Nürn­berg: 600 bei De­mons­tra­tion gegen die Um­ver­tei­lung von unten nach oben - Ta­tort­si­che­rung durch Um­zin­ge­lung des Rat­hauses

Unter dem Motto „Die Krise ist noch lange nicht vorbei! Zeit für eine Wende – Zeit für eine an­dere Welt“ waren bei starkem Schnee­fall ca. 600 Teil­neh­me­rInnen nach Nürn­berg an die Lo­renz­kirche ge­kommen, wo die Auf­takt­kund­ge­bung statt­fand. Dazu auf­ge­rufen hatte das So­zi­al­forum Nürn­berg. 

Un­ter­stützt wurde die Demo von or­ga­ni­sierten Ar­beits­losen, Au­to­nomen, Attac, DKP, Frau­en­gruppen, Ge­werk­schaf­te­rInnen, dem Bündnis So­zi­al­ticket, der Linken, Mi­gran­tIn­nen­gruppen, Schü­le­rInnen und vielen an­deren.
 
So bot sich ein buntes Bild mit vielen Trans­pa­renten, Schau­ta­feln zum 8. März (Frau­en­kampftag) und an­deren und einem großen an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­schen Block. 

Nach Re­de­bei­trägen des So­zi­al­fo­rums, einer Ge­werk­schaf­terin der Frauen AG des So­zi­al­fo­rums, von Schü­le­rInnen des Dürer-Gym­na­siums und der or­ga­ni­sierten au­to­nomie (OA), ging es los.
 
Thema der Reden waren die Folgen der staat­lich or­ga­ni­sierten Um­ver­tei­lung von unten nach oben, die Stim­mungs­mache gegen Hartz IV-Emp­fän­ge­rInnen und Mi­gran­tInnen, sowie der Ver­such, Nied­rig­lohn­ar­bei­te­rInnen gegen Ar­beits­lose auf­zu­hetzen. 

Ein Schü­ler­ver­treter des Dürer-Gym­na­siums schil­derte die re­pres­siven Maß­nahmen, mit denen die Schü­le­rInnen kon­fron­tiert sind, die sich der Bil­dungs­streik-Be­we­gung an­ge­schlossen haben. Sie kämpfen für ein bes­seres Bil­dungs­system und gaben dem Aus­druck, durch eine halb­tä­gige Be­set­zung ihrer Schule. Nun wurden meh­rere Schü­le­rInnen wegen „Rä­dels­füh­rer­schaft“ mit Schul­ver­weis be­droht. Das ist nun vom Tisch, weil es viel öf­fent­liche Un­ter­stüt­zung gab und durch Un­ter­schrif­ten­samm­lungen an der Schule. 

Viel­fach wurde be­tont, dass die herr­schende Wirt­schafts­ord­nung nicht in der Lage wäre, die In­ter­essen der Mehr­heit der Men­schen zu be­frie­digen und die des­halb ge­än­dert werden müsse. Ein tref­fendes Zitat auf einem Trans­pa­rent der Ge­werk­schafts­ju­gend: „Der Ka­pi­ta­lismus hat sich über­nommen, jetzt über­nehmen wir“! 

Die Route führte durch die In­nen­stadt zum Frau­en­tor­graben am Bahnhof und in die Kö­nigs­trasse. An der U-Bahn­hal­te­stelle am Kul­tur­haus, dem ehe­ma­ligen KOMM, gab es eine Rede eines Ver­tre­ters des Bünd­nisses für ein So­zi­al­ticket, die das Recht auf Mo­bi­lität ein­for­dern. 

An­schlie­ßend ging es zur „Ta­tort­si­che­rung“ zum Rat­haus. Ta­tort des­wegen, weil von da aus die Um­ver­tei­lung von unten nach oben auf lo­kaler Ebene or­ga­ni­siert wird. In einer ca. 15-mi­nü­tigen Ak­tion ge­lang die Ta­tort­si­che­rung durch eine lücken­lose Um­zin­ge­lung. 

Die Demo en­dete da­nach vor dem IHK-Ge­bäude, ge­gen­über des Rat­hauses, mit Re­de­bei­trägen des Stadt­rats der Linken Liste, eines Ver­tre­ters der ANA (Ak­ti­ons­ge­mein­schaft Nürn­berger Ar­beits­loser) und der „Ini­tia­tive gegen die Nordan­bin­dung des Flug­ha­fens“ (Nürn­berg).
 
Die Ver­an­stal­te­rInnen zeigen sich zu­frieden, dass trotz wid­riger Wet­ter­ver­hält­nisse, doch ca. 600 Teil­neh­me­rInnen zum großen Teil bis zum Schluss mit­ge­gangen sind. 

Aus der Rede des Ver­tre­ters der ANA vor der IHK: 

Zitat: 

Liebe Freun­dinnen und Freunde! 

Nicht die­je­nigen sind aso­zial, die am Rande der Ge­sell­schaft stehen, son­dern die, die aus­beuten, statt alles zu tun, die Armut ab­zu­bauen.
 
Wir stehen hier vor der wirtschft­li­chen Pro­pa­gan­da­zen­trale. Hier werden die Ideen ge­boren, die uns Er­werbs­lose und Ge­ring­ver­diener in Armut halten. Sie for­dern nied­ri­gere Leis­tungen für Hartz4-Be­zieher und nied­rige Löhne. Das Geld wird ge­braucht, um dem un­ge­bremsten Ka­pi­ta­lismus weiter frönen zu können. 

Nicht wir sind es, die den wirt­schaft­li­chen Zu­sam­men­bruch her­bei­ge­führt haben. Es sind jene, die eine Ge­sell­schaft des un­ge­bremsten Wachs­tums pro­pa­gieren, fernab jeder Ver­ant­wor­tung für un­sere Ge­sell­schaft. 

"Leis­tung muss sich wieder lohnen" heißt der Zau­ber­satz, mit dem der Vor­sit­zende der FDP, der deut­schen feu­da­lis­ti­schen Partei, durch die Lande und Me­dien ziehen darf. 

Er möchte das So­zi­al­staats­prinzip ab­schaffen. Für ihn sind die Ar­tikel 20 und 15 GG So­zia­lis­ten­pa­ra­gra­phen, die ihn und seine Kli­entel daran hin­dern, einen Feu­dal­staat zu er­richten 
Das ist nicht un­sere Vor­stel­lung einer so­li­da­ri­schen Ge­sell­schaft. Wir haben ein Recht auf ein men­schen­wür­diges Leben. 

Wir wollen eine Ge­sell­schaft, in der Men­schen­würde und so­li­da­ri­sches Mi­tein­ander das Maß des Han­delns sind. 

Das hat auch das BVG deut­lich for­mi­liert. jeder, der ar­beitet, hat na­tür­lich ein Recht auf an­stän­digen Lohn, von dem er leben kann. Beides hat die Ma­xime der Po­litik zu sein. Wer Dum­pinglöhne zu­lässt, wie bei KiK und Wöhrl, er­füllt die vom BVG im Ur­teil fest­ge­legten Leit­sätze nicht. 

Dass ge­nü­gend Geld vor­handen ist, be­weisen die Mil­li­arden, die ver­ant­wor­tungs­losen Zocker­banken in kür­zester Zeit zur Ver­fü­gung ge­stellt wurden. Die ma­chen so weiter, als sei nichts ge­schehen. Die Po­litik un­ter­stützt sie dabei. 

Wir werden un­sere Vor­stel­lungen immer wieder laut­stark for­mu­lieren! 
  
  
  
  
  
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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 08. März 2010 um 00:20 Uhr
 

Kommentare 

 
#1 bhj45hajo 2010-03-10 08:18
Was ist mit uns nur los!!! Sind wir eingeschlafen??
Ich versuche seid Wochen Menschen zu bewegen auf die Sraße zu gehen und für ihre Würde zu kämpfen.Aber muss immer wieder hören was sollen wir den tun die da oben machen so wie so was sie wollen.Die Menschen sind Müde geworden in Deutschland aber wir im Osten sind schon einmal wegen unsere Menschen würde auf die Straße gegangen.Wollen wir wieder 40 Jahre warten ...Ich sage Nein es geht um uns.Suche für den Raum Dessau noch unterstützer-bitte Meldet euch www.bhj
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