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Jetzt ist es endlich so weit! Lange erwartet, wird morgen das Bundesverfassungsgericht darüber befinden, was ein soziokulturelles Existenzminimum ist, was es umfaßt und was nicht. Daß gewisse Kreise in Deutschland Angst vor dem Urteil haben ist nicht unerwartet, wurde doch unwiderleglich bewiesen, daß der ursprüngliche Regelsatz für ALG II Bezieher vollkommen willkürlich festgesetzt wurde.
Schon seit längeren haben diese Kreise daher eine widerliche Haßkampagne gegen Erwerbslose gestartet, die wir derzeit in nahezu allen Mainstreammedien beobachten können. Man gönnt den Armen nicht einmal die Almosen mit denen man sie bisher bedachte. Zwangsarbeit wird diskutiert, Kürzungen um 30 Prozent des Regelsatzes, der heute schon zum Existieren, aber nicht zum Leben reicht. Und spätestens, wenn die ARGEn Sanktionen verhängen, wird es schwierig für die Betroffenen. Immerhin sind Sanktionen bis auf 0% des Regelsatzen möglich. Für den Fall sind dann Lebensmittelgutscheine vorgesehen. Aber diese sind sehr knapp bemessen und werden auch sehr oft widerrechtlich verweigert.
Der Neoliberalismus zeigt einmal mehr, daß er eigentlich einen anderen Namen tragen sollte: Wirtschaftsfaschismus. Denn die Verhaltensmuster, die er mit sich bringt, sind in höchstem Grade demokratie- und menschenfeindlich.
Ab 9.55 Uhr bis ca. 13.30 Uhr wird der Sender Phoenix das Urteil direkt aus Karlsruhe übertragen.
Und entgegen aller Lügen geht es keineswegs "nur" um die Regelsätze für Kinder, auch wenn hier die Unverschämtheit der Politiker nahezu ihren Höhepunkt erreicht hat. Nein, es geht um alle Regelsätze und das nicht nur im ALG II, das im Volksmund zur Haßbezeichnung "Hartz IV" wurde, sondern auch um die von Grundsicherungsempfängern bei zu kleinen Erwerbsminderungs- und Altersrenten, sowie um die Gelder für Behinderte und die Leistungen von Sozialhilfeempfängern aus anderen Gründen. Möglicherweise werden sogar die Zahlungen für Asylbewerber betroffen sein.
Ein Staat, der Steuerhinterziehung in Höhe von rund 30 Milliarden im Jahr nicht abstellen kann, der selbst noch zusätzlich etwa den selben Betrag laut dem Schwarzbuch des Steuerzahlerbundes Jahr für Jahr vergeudet, der sollte wohl in der Lage sein dem ärmeren Teil der Bevölkerung ein menschenwürdiges Leben statt eines Dahinvegetierens zu ermöglichen.
Aber die Wirtschaft macht Druck, denn steigen die Regelsätze ist Schluß mit widerwärtigem Lohnwucher in Deutschland und die Strategie des Altkanzlers Schröder und seiner Bande von Wirtschaftslobbyisten nicht aufgegangen.
Deutschland sollte einen starken Niedriglohnsektor bekommen, um jeden Preis. Und so baute Schröder den Sozialstaat zum Almosen- und Suppenküchenstaat um.
Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, daß das Bundesverfassungsgericht morgen die Notbremse zieht und der Politik die längst fälligen Ohrfeigen verpaßt.
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