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Loyalität bis zur letzten Sekunde nach dem Bombenangriff PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Andreas Klamm - Sabaot Journalist   
Freitag, den 27. November 2009 um 20:49 Uhr

Der frü­here Bun­des­mi­nister für die Ver­tei­di­gung Franz Josef Jung tritt zu­rück – Keine Worte zu den Op­fern des Bom­ben­an­griffs – Tote und schwerst­ver­letzte Kinder und Ju­gend­liche - Ein Satz für den Frieden hätte eine Ka­ta­strophe ver­hin­dern können

New York, U.S.A./Kabul, Af­gha­ni­stan/Berlin, Deutsch­land/Kom­mentar und Ana­lyse/27. No­vember 2009. Der von einem Oberst der Bun­des­an­wehr an­ge­for­derte Bomben-An­griff auf zwei Tan­klast­züge in Kundus in Nord-Af­gha­ni­stan vom 4. Sep­tember 2009 hat jetzt auch po­li­ti­sche Kon­se­quenzen in Deutsch­land. Bei dem Bom­ben­an­griff wurden bis zu 150 Men­schen ge­tötet, dar­unter auch Frauen und Kinder, die nicht zum Un­ter­stützer-Kreis der Ta­liban zählten. Der frü­here Bun­des­mi­nister für die Ver­tei­di­gung Franz-Josef Jung (60, CDU) er­klärte am 27. No­vember 2009 in Berlin seinen Rück­tritt. In einer kurzen Er­klä­rung vor der na­tio­nalen und in­ter­na­tio­nalen Presse, teilte der frü­here Bun­des­mi­nister der Ver­tei­di­gung mit, dass er die po­li­ti­sche Ver­ant­wor­tung für die in­terne In­for­ma­tions-Po­litik in­ner­halb des Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­riums ge­gen­über dem Mi­nister über­nehme und wei­teren Schaden von der Bun­des­wehr ab­wenden wolle.

Für eine wei­tere Auf­klä­rung, stünde er zur Ver­fü­gung, er­klärte Franz Josef Jung, der nach den Bun­des­tags­wahlen vom 27. Sep­tember 2009 für das Amt als Bun­des­mi­nister für Ar­beit und So­ziales im neuen po­li­ti­schen Kab­ni­nett des Re­gie­rungs-Bünd­nisses von CDU und FDP be­rufen wurde. Jung be­tonte er habe das Par­la­ment und die Öf­fent­lich­keit kor­rekt un­ter­richtet und durch seinen Schritt wolle er seinen Bei­trag leisten, dass die Bun­des­re­gie­rung ihre er­folg­reiche Ar­beit un­ein­ge­schränkt fort­setzen könne. Franz Josef Jung hat sich bis zur letzten Se­kunde loyal ge­gen­über seiner Partei, der CDU und der Bun­des­kanz­lerin An­gela Merkel (CDU) ver­halten. Daran be­steht zu­min­dest kein Zweifel. Spe­ku­la­tionen werden offen dar­über ge­führt, wie weit der frü­here Bun­des­mi­nister mit seiner In­for­ma­tions-Po­litik der CDU und An­gela Merkel so wört­lich einen „Bären-Dienst“ er­wiesen haben könnte.

Zweifel sind ent­standen dar­über, wie und zu wel­chem Zeit­punkt der frü­here Bun­des­mi­nister für die Ver­tei­di­gung zu den Er­eig­nissen des Bom­ben­an­griffs in Nord-Af­gha­ni­stan in Kundus in­for­miert war. Ei­nige In­for­ma­tionen sollen nach seiner öf­fent­li­chen Dar­stel­lung bis ganz nach „oben durch­ge­drungen sein“, wäh­rend sehr wich­tige In­for­ma­tionen mög­li­cher­weise nicht zum frü­heren Bun­des­mi­nister für die Ver­tei­di­gung ge­langt sein sollen. Die Er­klä­rung eines frommen Zieles, Schaden von der Bun­des­wehr ab­zu­wenden, kommt mög­li­cher­weise viel zu spät.

Noch in seinem Amt als Bun­des­mi­nister für die Ver­tei­di­gung wäre es ein Leichtes ge­wesen für den Mann in hohem po­li­ti­schen Amt mit nur einem ein­zigen Satz einen Schaden von der Bun­des­wehr und vor allem auch einen Schaden für Frauen, Kinder und Männer in Not in Af­gha­ni­stan und in Nord-Af­gha­ni­stan er­folg­reich vor dem Bom­ben­an­griff am 4. Sep­tember 2009 ab­zu­wenden.

Der Bun­des­mi­nister hätte nur mit einem Satz an­ordnen können: „Frauen, Kinder und Männer in Not, das meint Zi­vi­listen, in Af­gha­ni­stan werden für die Si­tua­tion einer Be­dro­hungs­lage nicht an­ge­griffen und auch nicht bom­bar­diert.“

Mit nur einem Satz hätte Franz Josef Jung den Schaden von Kin­dern, Frauen und Män­nern in Af­gha­ni­stan und von der Bun­des­wehr in der Tat und Wahr­heit ab­wenden können.

Warum er diese An­ord­nung an die ihm un­ter­stellten Be­fehls-Emp­fänger nicht ge­geben hat, ist bis zum heu­tigen Tag nicht be­kannt.

Denn mit einem ein­zigen Satz und einer An­ord­nung hätte der frü­here Bun­des­mi­nister für Ver­tei­di­gung, Schaden von un­schul­digen Frauen, Kin­dern und Män­nern in Nord-Af­gha­ni­stan, Schaden von deut­schen Sol­da­tinnen und Sol­da­tinnen und Schaden von der Bun­des­wehr in fernen Län­dern ab­wenden können.

Der Kriegs-Ein­satz der Bun­des­wehr in Af­gha­ni­stan ist noch immer mehr als um­stritten. In Deutsch­land spre­chen sich viele Men­schen für den so­for­tigen Abzug der Bun­des­wehr aus Af­gha­ni­stan offen und öf­fent­lich aus. Die Stimmen der Men­schen für den Frieden ge­langen of­fenbar aus bis­lang nicht näher be­kannten Gründen nicht oder viel zu selten zu den Po­li­ti­kern und Po­li­ti­ke­rinnen im Deut­schen Bun­destag und oft auch nicht bis in die Re­dak­tionen deut­scher Main-Stream- oder „Massen-“Me­dien.

Damit wird oft in Deutsch­land und in in­ter­na­tio­nalen Be­ob­achter-Kreisen ein fal­sches Bild von den Men­schen in Deutsch­land dar­ge­stellt. Die Mehr­heit der Men­schen in Deutsch­land lehnt den Ein­satz der Bun­des­wehr in Af­gha­ni­stan offen und öf­fent­lich ab.

Zu den über­le­benden An­ge­hö­rigen der Opfer des von einem Oberst der Bun­des­wehr an­ge­for­derten Bom­ben­an­griff vom 4. Sep­tember 2009 er­klärte Franz Josef Jung kein ein­ziges Wort des Be­dau­erns, der Reue oder zu­min­dest des Mit­ge­fühls, was den bit­teren Bei­ge­schmack nach dem Rück­tritt des frü­heren Bun­des­mi­nis­ters der Ver­tei­di­gung bei in­ter­na­tio­nalen Be­ob­ach­tern und in Af­gha­ni­stan hin­ter­lässt, dass schwerst ver­letzte Opfer des Bom­ben­an­griffes in Nord-Af­gha­ni­stan und die ge­tö­teten Opfer für den frü­heren Bun­des­mi­nister keine Be­deu­tung haben. Fast scheint es so, als dass im po­li­ti­schen Vo­ka­bular des Bun­des­mi­nis­ters, die Worte „un­schul­dige Opfer, Kinder und Zi­vi­listen“, die bei dem von der deut­schen Bun­des­wehr an­ge­for­derten Bom­ben­an­griff ums Leben ge­kommen sind oder schwerste Brand-Ver­let­zungen er­litten haben, nicht be­kannt sind.

Das be­reitet Kummer, Sorgen und Schmerzen für die Kinder, Frauen und Männer in Not in Nord-Af­gha­ni­stan doch auch für viele Men­schen in Not in an­deren Län­dern. Denn bei den Un­ter­su­chungen zum Bom­ben­an­griff vom 4. Sep­tember 2009 geht es nicht nur um die In­ter­essen der CDU und von Bun­des­kanz­lerin Dr. An­gela Merkel (CDU). Es geht um ele­men­tarste Grund­rechte und Men­schen­rechte, wie etwa das un­ein­ge­schränkte Recht aller Kinder, Frauen und Men­schen in Nord-Af­gha­ni­stan und in an­deren Län­dern dieser Welt.

Kei­nes­wegs geht es nur um die Wich­tig­keit der „Loya­lität ge­gen­über der CDU und der Kanz­lerin“, so wichtig diese auch aus per­sön­li­chen Gründen und Mo­tiven für Franz Josef Jung sein mögen.

Ein­satz der Bun­des­wehr wird bei den Men­schen in
Af­gha­ni­stan kon­tro­vers dis­ku­tiert


Der Ein­satz der Bun­des­wehr aus Deutsch­land wird bei Kin­dern, Frauen und Män­nern in schwerster Not kon­tro­vers in Af­gha­ni­stan dis­ku­tiert. Es gibt Men­schen in Af­gha­ni­stan, die die Bun­des­wehr in der Rolle der Be­schützer und der Be­freier vor den Ta­liban sehen und es gibt auch jene Men­schen in Af­gha­ni­stan, die die deut­sche Bun­des­wehr nur in einer Rolle als Be­satzer und Un­ter­drücker der Men­schen in Af­gha­ni­stan be­trachten. Das sind nur zwei Sicht­weisen ei­niger we­niger Men­schen aus Af­gha­ni­stan. Da­zwi­schen gibt es eine „bunte Farb­pa­lette“ un­ter­schied­lichster Stand­punkte zur Be­trach­tungs­weise der Bun­des­wehr und der Sol­da­tinnnen und Sol­daten aus Deutsch­land in Af­gha­ni­stan. Es wäre falsch, die deut­sche Bun­des­wehr und die Sol­da­tinnen und Sol­daten aus Deutsch­land zu „ver­teu­feln“ weil damit ein ein­sei­tiges und zudem auch ein fal­sches Mei­nungs-Bild ent­stehen würde. Doch es wäre ebenso falsch die Sol­da­tinnen und Sol­daten als Helden oder Be­freier der Men­schen in Af­gha­ni­stan zu glo­ri­fi­zieren.

Nur in einem Punkt sind sich viele Kinder, Frauen und Männer in Not in Af­gha­ni­stan und auch in­ter­na­tio­nale Be­ob­achter einig: Der von einem deut­schen Oberst an­ge­for­derte Bom­ben­an­griff auf zwei Tan­klast-Züge, die auf einer Sand­bank ste­cken ge­blieben waren und unter die Kon­trolle von Ta­liban ge­raten sein sollen war de­fi­nitiv falsch.

Ins­be­son­dere auch des­halb, weil bis­lang nicht be­stä­tigten In­for­ma­tionen zu­folge, Kinder, Frauen und Männer, die nicht zum Un­ter­stützer-Kreis der Ta­liban ge­hören, ge­zwungen worden sein sollen, sich zu den Tank­wagen zu be­geben.

Kein Zweifel be­steht daran in der in­ter­na­tio­nalen Öf­fent­lich­keit, dass der Bom­ben­an­griff der Bun­des­wehr in Af­gha­ni­stan, nicht nur Frauen, Kin­dern und Män­nern in Not in Af­gha­ni­stan ge­schadet hat, son­dern auch den deut­schen Sol­da­tinnen und Sol­daten in Af­gha­ni­stan weil die „Hass-Spi­rale der Ge­walt“ damit neu an­ge­trieben wurde und zudem auch dem in­ter­na­tio­nalen An­sehen der Bun­des­wehr schwerst ge­schadet wurde.

Dem be­reits im Grund­ge­setz (GG) für Deutsch­land for­mu­lierten Auf­trag, in der Prä­ambel heißt es: „Prä­ambel. Im Be­wußt­sein seiner Ver­ant­wor­tung vor Gott und den Men­schen, von dem Willen be­seelt, als gleich­be­rech­tigtes Glied in einem ver­einten Eu­ropa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deut­sche Volk kraft seiner ver­fas­sungs­ge­benden Ge­walt dieses Grund­ge­setz ge­geben.“ hat der Bom­ben­an­griff vom 4. Sep­tember 2009 auch schwer ge­schadet.

Bis zu 69 Pro­zent der Men­schen in Deutsch­land, das ist die Mehr­heit der Men­schen in Deutsch­land, sind für Frieden, gegen den Ein­satz der Bun­des­wehr und für den Abzug der Bun­des­wehr aus Af­gha­ni­stan. Ein ganzes Volk, als „blut­rüns­tige Monster“ er­scheinen zu lassen, das nach dem Blut von af­gha­ni­schen Kin­dern, Frauen und Män­nern ver­langt, ist de­fi­nitiv falsch und nicht die Wahr­heit.

Viele Men­schen aus Deutsch­land wirken und ar­beiten zum Teil Tag und Nacht für Frieden und Dialog mit Men­schen aus Af­gha­ni­stan, auch mit Men­schen des jü­di­schen und mos­le­mi­schen Glau­bens. Doch damit lassen sich mög­li­cher­weise keine gute Schlag­zeilen ma­chen und von einer „selbst er­nannten po­li­ti­schen Elite“, der die Zu­stim­mung der Men­schen aus Deutsch­land, für ein zu hin­ter­fra­gendes po­li­ti­sches Han­deln fehlt, werden die Stimmen für den Frieden als „nicht sys­tems­re­le­vant“ ka­te­go­rier­siert, ob­gleich die Ver­pflich­tung zum FRIEDEN in der WELT zu dienen laut Auf­trag im Grund­ge­setz (GG) ver­an­kert ist.

In Deutsch­land finden zahl­reiche Ini­tia­tiven und Be­we­gungen statt, um den Ein­satz der Bun­des­wehr in Af­gha­ni­stan zu be­enden. Leider finden die Stimmen der Men­schen für den Frieden bei den po­li­ti­schen Ent­schei­dungs-Trä­gern und bei den Ver­ant­wort­li­chen von Main-Stream -oder Massen-Me­dien nur wenig Gehör und Auf­merk­sam­keit und das schadet ein­deutig dem FRIEDEN DER WELT zu dienen, den sich viele Men­schen in Deutsch­land, rund 64 Jahre nach der Ka­pi­tu­la­tion der deut­schen Wehr­macht vom 8. Mai 1945 ge­gen­über den Al­li­ierten Be­sat­zungs-Truppen, wün­schen.

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